Second-Life-Gründer spricht als Avatar über die Zukunft des Avatars

Philip Rosedale gehört zu den Erfindern von Second Life, einer der erfolgreichsten virtuellen Welten überhaupt. Im Zeitalter der Virtual Reality möchte Rosedale nachlegen und glaubhafte soziale Begegnungen übers Netz ermöglichen. Realistisch gerenderte und animierte Avatare sollen der Schlüssel dazu sein.

Mit seinem Startup High Fidelity arbeitet Rosedale an der gleichnamigen Social-Anwendung für die VR-Brille. Dabei tritt er gegen seine früheren Kollegen von Linden Lab an, dem Studio hinter Second Life, das zeitgleich an “Project Sansar” tüftelt, einer Neuauflage von Second Life mit Fokus auf Virtual Reality.

Rosedale sicherte High Fidelity seit der Gründung über 40 Millionen US-Dollar Risikokapital. Das langfristige Ziel: In der neuen VR-Welt sollen sich Menschen ähnlich wie in der Realität begegnen können und ein Ökosystem für die Plattform kreieren.

Auf der IT-Fachkonferenz Siggraph Asia tratt Rosedale als Sprecher auf zum Thema, wie Menschen in AR und VR stärker sozialen Kontakt aufbauen können. Er reiste dafür nicht nach Bangkok, sondern wohnte der Gesprächsrunde in Person seines High-Fidelity-Avatars “Virtual Philip” bei – aus seinem Büro in San Francisco.

Fotorealismus muss eine Option sein

Der virtuelle Philip ist seinem realen Vorbild detailliert nachempfunden und bietet Wiedererkennungswert. Rosedale geht davon aus, dass realistische Avatare, die auch die Mimik eines Menschen wiedergeben können, zum Standard werden – und nicht etwa abstrakt gestaltete Comic-Figuren.

Menschen hätten eine starke Beziehung zu sich selbst und wie sie wahrgenommen und wiedererkannt werden, das habe er bei der Entwicklung von Second Life gelernt. “Fotorealismus muss eine Option sein”, sagt Rosedale.

High Fidelity entwickelt außerdem ein realistisches Animationsverfahrenauf Basis von HTC Vive und den Vive-Trackern. Damit ist es vergleichsweise günstig und einfach, seine Körperbewegungen von Kopf bis Fuß in die Virtual Reality zu übertragen.

Noch ungelöst: VR-Berührung spürt man nicht

Blick- und Mimikerfassung nennt Rosedale als weitere wichtige Technologien für den sozialen VR-Kontakt. Ebenso spielten realistische Gesten und damit Fingertracking eine große Rolle für die authentische Wirkung eines Avatars.

Während diese Aspekte technisch weitgehend gelöst sind und nur noch zur Marktreife geführt werden müssen, bleibt eine große Baustelle: VR-Nutzer können keine Berührungen fühlen.

“Das müssen wir irgendwie hinkriegen”, sagt Rosedale. Für den Übergang könnten visuelle Effekte einen Eindruck von Berührung vermitteln, bis eine bessere Lösung verfügbar ist.

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