Jahrelanger Hype: Was wurde eigentlich aus Virtual Reality? – Virtual Reality

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Die Technologie sollte Gaming und Medienkonsum neu erfinden, davon ist aktuell allerdings wenig übrig der standard Für Lesefaule: Ein Video-Test zur HTC Vive Pro. Computer an, Brille auf und eintauchen in die virtuelle Welt. Schon länger gilt Virtual Reality als das nächste große Ding. Sei es beim Medienkonsum oder auch beim Gaming. Mittlerweile ist es um die Technologie deutlich stiller geworden. Microsoft bringt die virtuelle Realität gar nicht mehr auf seine Konsolen, und Sony behandelt Playstation VR etwas stiefmütterlich. Der japanische Konzern sieht in der virtuellen Realität zwar nach wie vor die Zukunft, die großen PSVR-Blockbuster lassen jedoch weiter auf sich warten. HTC mit dem aktuellen Topmodell HTC zählt zu den wenigen großen Verfechtern der virtuellen Realität. Mit der Vive Pro haben sie heuer ein neues VR-Headset auf den Markt gebracht, das technisch bisherige Geräte deutlich hinter sich lässt. Es bietet eine höhere Auflösung und höhere Pixeldichte. Kürzlich hat der Hersteller auch einen Drahtlos-Adapter für seine VR-Headsets auf den Markt gebracht. Das störende Kabel auf der Rückseite der Vive gehört damit der Vergangenheit an. Ein günstiger Spaß ist dies nach wie vor nicht. Fast 1.800 Euro kostet es, wenn man eine kabellose HTC Vive Pro verwenden möchte. Für den dazugehörigen PC müssen dann noch einmal mindestens 1.000 Euro in die Hand genommen werden. foto: htc Die HTC Vive Pro mit Zubehör. Keine wirklichen Kracher Mit Playstation VR ist der Einstieg in die virtuelle Welt dann schon deutlich günstiger. 300 Euro verlangt der Konzern für ein Set, bei dem ein Spiel inkludiert ist. Mehr als 400 Games gibt es bereits für die Plattform, größere Hits oder Spiele, die allein den Kauf rechtfertigen, sucht man allerdings vergebens. Auch auf dem PC ist das Angebot spärlich gesät. Dass mit „Skyrim VR“ die VR-Adaption eines mittlerweile acht Jahre alten Spiels zu den populärsten Games zählt, dürfte wohl viel über die aktuell verfügbaren VR-Titel aussagen. Vergleichsweise angenehm zu tragen Dies müsste allerdings nicht so sein. Die HTC Vive Pro bringt eine noch nie dagewesene Immersion und ist vergleichsweise angenehm zu tragen. Auch das große Problem der typischen VR-Übelkeit hat der Hersteller größtenteils beseitigt. Bei besonders hektischen Games wie Rennspielen tritt sie nach wie vor etwas auf, allerdings ist sie im Vergleich zu früheren Generationen kein ständiger Begleiter. Der wohl einzige Kritikpunkt an dem Headset ist, dass man unter dem Kunststoff schnell ins Schwitzen kommt. Dies könnte allerdings auch den Temperaturen im Wiener Hochsommer geschuldet sein. foto: htc Mit diesem Adapter wird die HTC Vive Pro kabellos. Immer noch keine „Killer-Anwendung“ Stundenlang mit der Vive Pro wird man sich aber trotz des höheren Tragekomforts nicht beschäftigen, weil einfach die „Killer-Applikation“ fehlt. Das größte Potenzial zeigte das VR-Headset beim Rennspiel „Project Cars 2“. Das populäre Tanzspiel „Beat Saber“ ist auch ein netter Zeitvertreib und „Skyrim VR“ zumindest eine gute Demonstration der Technologie. Irgendwann kehrt man dann aber schon zu Maus und Tastatur oder Gamepad zurück – einfach weil gewöhnliche PC- und Konsolenspiele mehr Abwechslung und höhere inhaltliche Qualität mit sich bringen. Kaum Anwendungsgebiete neben Gaming Neben VR-Gaming sieht es noch düsterer aus. Bis auf die Pornobranche haben Videoproduzenten die Technologie kaum für sich entdeckt. Dann gibt es auch noch Spielereien wie „Tilt Brush“, eine Applikation, bei der 3D-Zeichnungen möglich sind und experimentelle Social-Media-Anwendungen. Mit einer VR-Version von Google Earth lässt sich ferner der Globus entdecken und mit „Kingspray Graffiti VR“ in die Rolle eines Sprayers schlüpfen – ganz legal. Das war es im Consumer-Bereich dann aber auch schon wieder mit VR-Anwendungen abseits des Gamings. teslasuit devteam Der Teslasuit. Kommt 2019 der Durchbruch? Auch nach Jahren steckt die virtuelle Realität immer noch in ihren Kinderschuhen. Wirklich breitenwirksam wurde sie selbst durch preiswerte Produkte wie Playstation VR nach wie vor nicht. Es fehlt weiterhin die „Killer-Applikation“, die den Wandel von einer Nischen- und Liebhabertechnologie zur Massenanwendung mit sich bringen könnte. HTCs Vive Pro wird aufgrund des hohen Preises trotz der ausgeklügelten Technik keinen großen Anteil daran haben. Vielleicht aber wirklich innovative Produkte wie der Teslasuit, der bei Spielen oder Videos Ganzkörper-Feedback ermöglicht. Nächstes Jahr soll dieser auf den Markt kommen. Vielleicht ist ja dann 2019 das Jahr von Virtual Reality. – derstandard.at/2000086687085/Jahrelanger-Hype-Was-wurde-eigentlich-aus-Virtual-Reality

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